Rhetorik Seminar – Die Kunst des richtigen Maßes

Präsentationstraining

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10 mins

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Ein Rhetorikseminar vermittelt mehr als Techniken für überzeugendes Sprechen. Storylining, Storytelling, Argumentation, Körpersprache und Präsentation schaffen die Grundlage. Entscheidend ist jedoch die Fähigkeit, sie im richtigen Moment und im richtigen Maß einzusetzen. Gute Rhetorik beginnt deshalb mit Wahrnehmung: Wer sein Publikum versteht, findet auch die passende Form für seine Botschaft.

👉 Ihr möchtet sicherer, klarer und überzeugender auftreten? Dann wählt ein individuelles Rhetorik- und Präsentationstraining von Pitch Experts – auf Deutsch oder Englisch, vor Ort oder online. Unsere mehrtägigen Teamtrainings verbinden fünf Module: PowerPoint Essentials, Slidewriting, Storylining, Storytelling und Presenting. PowerPoint Essentials, Slidewriting und Presenting könnt ihr außerdem als separate Online-Trainings buchen. Beschreibt uns kurz eure Ziele und hinterlasst eure Kontaktdaten. So können wir das Training gezielt auf eure Kommunikationssituation zuschneiden.

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Vom Wunsch, besser zu sprechen, zur eigentlichen Kompetenz

Menschen melden sich meistens für ein Rhetorikseminar an, weil sie besser sprechen möchten. Sie wollen sicherer vor anderen auftreten und klarer argumentieren. Sie möchten ihre Aussagen besser strukturieren. Sie wollen lernen, wie sie Aufmerksamkeit halten, Geschichten einsetzen und mit ihrer Stimme, ihrem Körper oder mit PowerPoint umgehen können.

Das sind berechtigte Erwartungen an ein Rhetorikseminar. Trotzdem geschieht mit wachsender rhetorischer Kompetenz etwas Entscheidendes: Die Richtung der Aufmerksamkeit verändert sich.

Ein unerfahrener Redner beobachtet vor allem sich selbst. Was soll ich sagen? Wie fange ich an? Wohin mit meinen Händen? Wirke ich selbstbewusst genug? Spreche ich zu schnell? Funktioniert meine Geschichte? Ist die Folie gut?

Ein erfahrener Redner beschäftigt sich dagegen immer weniger mit sich selbst. Vielleicht zeigt sich genau hier, was gute Rhetorik bedeutet. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht mehr ständig auf die eigene Wirkung, sondern auf das, was zwischen dem Redner, seiner Botschaft und dem Publikum tatsächlich geschieht.

👉 Ihr möchtet verstehen, wie professionelle Rhetorik in konkreten Business-Situationen funktioniert? Dann lest auch: Was ist Rhetorik?

Post tenebras, lux: Wenn Wissen Aufmerksamkeit freisetzt

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Rhetorikseminars ist selbstverständlich die Wissensvermittlung. Heute umfasst sie weit mehr als die klassische Sprecherziehung. In einer modernen Business-Präsentation wirken mehrere Präsentationstechniken gleichzeitig.

Dazu gehören Storylining, Slidewriting, Storytelling, Datenvisualisierung, Musterfolien, PowerPoint-Schulung und Presenting.

Wer präsentiert, muss den Gedankengang strukturieren, klare Aussagen formulieren, relevante Belege einordnen und dem Publikum visuelle Orientierung geben.

Auf den ersten Blick könnte es so wirken, als würde die Aufgabe umso komplizierter, je mehr Regeln wir lernen. Im besten Fall geschieht jedoch das Gegenteil. Post tenebras, lux. Nach der Dunkelheit kommt das Licht.

Wissen gibt Sicherheit und reduziert Unsicherheit. Ich weiß, wofür Storylining da ist. Deshalb muss ich nicht jedes Mal neu überlegen, wie ich Ordnung in meine Gedanken bringe. Ich kenne den Unterschied zwischen dem Thema einer Folie und ihrer eigentlichen Aussage.

Ich verstehe, was Storytelling leisten kann, und weiß zugleich, dass eine Geschichte weder in jeder Präsentation noch in jedem Moment sinnvoll ist. Ich kenne die Grundlagen visueller Hierarchie. Ich beherrsche PowerPoint besser.

Ich versuche also nicht mehr, aus dem Angebot der Software herauszufinden, was ich eigentlich kommunizieren möchte. Stattdessen wähle ich ein Werkzeug, das zu meiner kommunikativen Absicht passt. Wissen legt dem Redner deshalb nicht einfach zusätzliche Pflichten auf. Es nimmt ihm auch etwas ab.

👉 Präsentationstechniken – Was steckt hinter einer überzeugenden Präsentation?

Rhetorik Seminar: Präsentationstechniken

Wenn die Rolle des „guten Redners“ nicht mehr nötig ist

Unsicherheit bringt uns dazu, auf bekannte Formeln zurückzugreifen. Wir brauchen einen starken Einstieg. Wir brauchen eine Geschichte. Wir müssen in drei Punkten denken. Wenig Text soll auf der Folie stehen. Wir müssen Blickkontakt halten und bewusst Pausen setzen. Eine rhetorische Frage kann auch nicht schaden. Auf der Bühne sollten wir uns bewegen.

Einige dieser Hinweise sind sinnvoll. Das Problem liegt nicht unbedingt in ihnen, sondern darin, dass wir oft nicht wissen, warum wir sie einsetzen. Dann wird aus einem rhetorischen Werkzeug schnell eine Form der Absicherung. Wir spielen den guten Redner, weil wir uns nicht sicher sind, wie wir in dieser konkreten Situation eigentlich präsent sein sollten.

Ein Rhetorikseminar ist deshalb auf eine paradoxe Weise besonders wertvoll, wenn es uns irgendwann ermöglicht, seine eigenen Rezepte zu vergessen. Nicht, weil Regeln plötzlich unwichtig wären. Sondern weil wir sie verstehen.

Wer eine Regel versteht, kann auch die Ausnahme erkennen. Rhetorisches Wissen wird so allmählich zu Urteilsfähigkeit.

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Mit wachsender Sicherheit richtet sich der Blick nach außen

An diesem Punkt wird ein Rhetorikseminar zu mehr als einer Schulung der Sprechtechnik. Mit wachsender Sicherheit richtet der Redner seine Aufmerksamkeit immer weniger auf sich selbst und immer stärker auf das Publikum.

Nicht mehr die Frage „Wie muss ich gut präsentieren?“ bestimmt sein Denken. Stattdessen fragt er konkreter: Was geschieht hier gerade? Wer sitzt vor mir? Was wissen diese Menschen bereits? Was erwarten sie von mir? Was interessiert sie? Wo herrscht Unsicherheit?

Welche meiner Aussagen verstehen sie sofort – und welche muss ich belegen? Wo muss ich ausführlicher erklären? Wann habe ich genug gesagt? Und es gibt eine noch wichtigere Frage: Wo ist Raum für das, was ich sagen möchte?

Das ist keine reine Vortragstechnik mehr. Es ist Wahrnehmung.

Der Botschaft einen Platz geben

Natürlich tritt ein Redner vor ein Publikum, weil er etwas zu sagen hat. Das ist wichtig. Rhetorik verlangt nicht, dass er sich in den Erwartungen des Publikums auflöst.

Im Gegenteil. Vielleicht lohnt es sich gerade deshalb, ihm zuzuhören, weil er etwas anderes behauptet. Weil er eine neue Lösung zeigt, eine etablierte Praxis infrage stellt oder ein Problem anders interpretiert.

Vielleicht bringt er Daten mit, die verändern, was wir bisher gedacht haben. Aufmerksamkeit bedeutet deshalb nicht, dass der Redner errät, was das Publikum hören möchte, und es ihm anschließend sagt. Das wäre keine rhetorische Sensibilität, sondern bloße Anpassung.

Ein guter Redner sucht etwas anderes: den Einstiegspunkt seiner Botschaft. Er sucht den Punkt, an dem sie an das Wissen, die Interessen und die Erfahrungen des Publikums anknüpfen kann.

Um diesen Punkt zu finden, muss er auch zuhören können. Er muss beobachten und wahrnehmen. Nicht, um den Unterschied verschwinden zu lassen, sondern um ihn verständlich zu machen.

Eine wirklich neue Aussage einfach lauter auszusprechen, reicht nicht. Wir müssen den Ausgangspunkt finden, von dem aus das Publikum erkennen kann, was daran tatsächlich neu ist.

Haltung und Blickkontakt

Gute Rhetorik braucht Selbstvertrauen. Wer spricht, hebt den Kopf, richtet sich auf und gibt seiner Stimme Gewicht, weil er von der Relevanz seiner Botschaft überzeugt ist. Wer selbst nicht an den Wert seiner Aussage glaubt, kann nur schwer begründen, warum andere ihm Aufmerksamkeit schenken sollten.

Doch manchmal verlangt dieselbe Haltung das Gegenteil. Wir werden leiser, halten inne und erkennen den Wert einer Erfahrung, einer Leistung, eines Menschen oder einer Tatsache an, deren Bedeutung nicht von uns stammt. Dann besteht die glaubwürdige Geste gerade darin, diesen Wert nicht für die eigene Wirkung zu vereinnahmen, sondern ihm Raum zu geben.

Auch Blickkontakt ist deshalb mehr als eine Pflichtübung. Ich sehe mein Publikum und erlaube ihm, auch mich zu sehen. Das Publikum ist weder eine abstrakte Zielgruppe noch eine anonyme Gruppe von Informationsempfängern. Im Raum sind Menschen mit Wissen, Erwartungen und eigenen Fragen. Sie lassen sich ansprechen, bilden sich ein Urteil und können widersprechen.

Rhetorik ist also auch auf der Ebene von Stimme und Körpersprache keine Sammlung einfacher Regeln. Die Frage lautet nicht, ob wir den Kopf heben, leiser werden oder Blickkontakt halten sollen. Sie lautet: Was ist in diesem Moment angemessen?

Ansprechbar und reaktionsfähig

Wenn wir das Publikum als Menschen mit eigener Perspektive und eigener Reaktionsfähigkeit ernst nehmen, müssen wir dasselbe auch vom Redner erwarten. Er kann nicht bloß der Ausführer einer vorgefertigten Botschaft sein. Er muss wahrnehmen, was geschieht, eine Frage hören und möglichen Widerstand erkennen. Er muss spüren, wann seine Botschaft Raum gefunden hat und wann das noch nicht der Fall ist.

Er muss auf die Kommunikationssituation antworten können, die tatsächlich entstanden ist, und nicht nur auf jene, auf die er sich am Vorabend vorbereitet hat.

Damit lässt sich rhetorische Kompetenz bereits ganz anders bestimmen.

Rhetorische Kompetenz bedeutet nicht in erster Linie zu wissen, wie man sprechen soll. Sie bedeutet wahrzunehmen, wie die eigene Botschaft in diesem Moment formuliert und vermittelt werden muss, damit sie dieses Publikum erreicht.

Dafür braucht es Wissen und professionelle Unterstützung. Ein Präsentationstraining vermittelt Methoden für Storylining, Storytelling, Slidewriting, Softwarekompetenz und Presenting. Eine PowerPoint-Agentur hilft dagegen dabei, komplexe Botschaften in eine überzeugende Präsentation oder eine belastbare PowerPoint-Designvorlage zu übersetzen.

Wissen ist jedoch kein Endpunkt. Es soll dafür sorgen, dass wir in einer echten Kommunikationssituation nicht mit uns selbst und den gelernten Regeln beschäftigt sind. Es soll uns ermöglichen, präsent zu sein.

Denn wenn wir den anderen Menschen wirklich wahrnehmen, lautet die Frage nicht mehr einfach, ob Storylining oder Storytelling, Logos oder Pathos, Daten oder eine Geschichte eingesetzt werden.

Die Frage lautet: Wann, wovon und wie viel? Kein Rhetorikseminar kann darauf für jede Situation eine fertige Antwort geben. Es kann uns jedoch beibringen, die jeweilige Situation richtig zu lesen und daraus eine passende Entscheidung abzuleiten.

Eine der wichtigsten Fähigkeiten der Rhetorik ist das Zuhören

Auf den ersten Blick klingt das vielleicht ungewöhnlich. Warum sollte das Zuhören im Mittelpunkt eines Rhetorikseminars stehen? Schließlich sind wir gekommen, um sprechen zu lernen.

Die Antwort liegt vielleicht darin, dass es zwei sehr unterschiedliche Arten des Zuhörens gibt. Ich kann zuhören, während ich darauf warte, endlich an die Reihe zu kommen.

In einem Meeting ist das leicht zu erkennen. Während der andere spricht, formuliere ich bereits meine Antwort. Ich suche nach der Gelegenheit, mich einzuschalten.

Ich habe eine Aussage, eine Geschichte oder vielleicht eine sorgfältig vorbereitete Folie und möchte sie endlich zeigen. Technisch gesehen höre ich zu. Tatsächlich beobachte ich aber weiterhin vor allem mich selbst.

Rhetorisches Zuhören bedeutet mehr. Ich frage nicht: „Wann kann ich endlich sagen, was ich mitgebracht habe?“ Ich frage: „Wo ist Raum für das, was ich mitgebracht habe?“

Wo die Botschaft für das Publikum relevant wird

Dieser Unterschied ist in der Business-Kommunikation besonders wichtig. Vor einer Vertriebspräsentation können wir genau wissen, was wir über unser Produkt sagen möchten.

Hinter einem Pitch Deck kann ein klares Geschäftskonzept stehen. In einer Board-Präsentation können uns alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen.

Die Kommunikationssituation beginnt jedoch erst, wenn all das auf die Realität der anderen Seite trifft.

Welches Vorwissen hat diese Person? Welches Problem möchte sie lösen? Welche Erfahrungen bringt sie mit? Womit vergleicht sie das, was wir zeigen? Wovor hat sie Bedenken? Welche Entscheidung muss sie treffen?

Was ist für sie tatsächlich neu? Und was halten wir für wichtig, obwohl es für sie in diesem Moment überhaupt nicht relevant ist?

Die Botschaft an der richtigen Stelle zu platzieren, ist deshalb keine rhetorische Höflichkeit. Es ist eine Voraussetzung erfolgreicher Business-Kommunikation.

Wir können eine vollkommen richtige Aussage haben, die am falschen Ort ankommt. Wir können eine hervorragende Geschichte erzählen, die niemand braucht. Wir können überzeugende Daten zeigen, deren Bedeutung wir noch nicht hergestellt haben.

Und wir können eine beeindruckende Folie präsentieren, die eine Frage beantwortet, die im Raum niemand gestellt hat.

👉 Wie ihr eine Präsentation so aufbaut, dass sie in einer konkreten Kommunikationssituation funktioniert, zeigt auch dieses Präsentation Seminar: Was passiert wirklich in einem Präsentationstraining?

Rhetorik Seminar: Ansprechbar und reaktionsfähig

Zuhören bedeutet keine Anpassung

Hier muss jedoch eine wichtige Grenze gezogen werden. Das Publikum wahrzunehmen bedeutet nicht, dass der Redner ihm jeden Wunsch erfüllt.

Wenn wir ausschließlich das sagen, was die andere Seite ohnehin hören möchte, brauchen wir keine Präsentation. Dann haben wir nichts Neues beizutragen.

Gute Rhetorik verlangt deshalb gleichzeitig Verbindung und Unterschied. Wir müssen den Punkt finden, an dem wir in die Realität des Publikums eintreten können. Gleichzeitig müssen wir bewahren, was der Grund dafür ist, dass wir überhaupt sprechen.

Der Wert eines innovativen Produkts kann gerade darin liegen, dass es ein Problem anders löst. Die Aufgabe einer Strategiepräsentation kann darin bestehen, eine vertraute Arbeitsweise infrage zu stellen.

Eine Führungskraft muss manchmal über eine Veränderung sprechen, die ein Teil des Publikums nicht möchte. In einem Pitch müssen wir zeigen, warum dieses Unternehmen nicht genauso ist wie die fünf anderen, die der Investor an diesem Tag bereits gesehen hat.

Zuhören dient also nicht dazu, die Botschaft aufzugeben. Es hilft uns zu erkennen, von welchem Punkt aus der Unterschied verständlich werden kann.

Rhetorik hat kein abgeschlossenes Menschenbild

Von hier aus gelangen wir zur Frage des richtigen Maßes. Ratschläge über Kommunikation vereinfachen den Menschen oft.

Nach einem Ansatz sind wir rationale Entscheider. Wir brauchen Informationen, logische Argumente, Daten und Belege.

Nach einem anderen Ansatz sind wir emotionale Wesen. Geschichten wirken auf uns. Wir identifizieren uns, wünschen und fürchten etwas. Viele Entscheidungen treffen wir nicht mit kühler Rationalität.

Die Rhetorik weiß seit Langem etwas, das wir regelmäßig neu entdecken: Beides stimmt.

Der Mensch ist analytisch und emotional. Er interpretiert und erlebt. Er sucht Belege und verleiht Dingen Bedeutung. Er wägt ab und identifiziert sich.

Rhetorische Kompetenz besteht deshalb nicht darin, zu entscheiden, welcher Mensch der „wahre“ Mensch ist. Sie besteht darin zu erkennen, in welchem Verhältnis wir die verschiedenen Zugänge in einer konkreten Situation brauchen.

Storylining oder Storytelling?

Das ist vielleicht eines der häufigsten falschen Dilemmata in der Präsentationskommunikation. Brauchen wir Storylining? Natürlich. Brauchen wir Storytelling? Ja, wenn es hilft.

Keines von beidem macht eine Präsentation jedoch allein gut. Storylining schafft Struktur. Es hilft zu verstehen, wie eine Aussage aus der nächsten folgt, was der zentrale Gedanke ist, auf welchen Belegen wir aufbauen und wohin wir gelangen möchten.

Storytelling funktioniert anders. Es kann ein Problem erfahrbar machen, eine abstrakte Situation näherbringen, Identifikation ermöglichen und zeigen, was etwas im menschlichen Maßstab bedeutet.

Keine der beiden Methoden steht über der anderen. Die Frage lautet: Wie viel davon braucht dieses Publikum, damit es diese Botschaft versteht?

Das Verhältnis bleibt während einer Präsentation nicht unbedingt konstant. Wir können mit einer Geschichte beginnen und sehr schnell zu einer analytischen Argumentation wechseln.

Storylining oder Storytelling?

Nach zehn Minuten voller Daten kann gerade ein konkretes Beispiel verständlich machen, warum all das wichtig ist, was wir gesehen haben. Vor einem Board kann eine einzige kurze Geschichte genügen. In einer anderen Situation brauchen wir überhaupt keine.

Rhetorische Kompetenz besteht nicht darin, jedes Werkzeug zu verwenden. Sie besteht darin zu bemerken, welches Werkzeug wann gebraucht wird.

👉 Wenn ihr Storytelling nicht als Pflichtprogramm, sondern als gezieltes Kommunikationswerkzeug verstehen möchtet, lest auch: Storytelling Seminar – Wenn die Geschichte endlich ihren Platz findet.

Logos und Pathos – aber wann?

Dasselbe gilt für die Begriffe der klassischen Rhetorik. Logos ist nicht einfach eine Ansammlung von Daten. Pathos ist keine emotionale Manipulation.

Logos eröffnet die Möglichkeit, dass das Publikum einer Argumentation folgen und sie beurteilen kann. Pathos berücksichtigt, dass unsere Themen Menschen betreffen und deshalb auch eine emotionale Bedeutung haben.

Eine geschäftliche Entscheidung kann eine äußerst präzise finanzielle Begründung haben, während ihre Umsetzung das Leben von mehreren hundert Mitarbeitern verändert.

Eine neue Technologie kann eine messbare Effizienzsteigerung bringen, während diejenigen, die sie anwenden sollen, Unsicherheit empfinden.

Hinter einer Investition kann ein überzeugender Business Case stehen. Trotzdem muss der Entscheider auch glauben können, dass das Team vor ihm in der Lage ist, den Plan umzusetzen.

Business-Kommunikation wird nicht professionell, indem sie rationale oder emotionale Aspekte ausblendet. Sie wird professionell, wenn sie beide angemessen berücksichtigt.

Das richtige Maß ist kein voreingestellter Wert

Hier stoßen wir auf eine notwendige Grenze jedes Rhetorikseminars. Ein Rhetoriktrainer kann sehr viel vermitteln.

Mit einem Coaching-Ansatz kann er die Methoden des Storylinings zeigen. Er kann Slidewriting üben, Geschichten analysieren, Datenvisualisierung vermitteln und den Umgang mit PowerPoint verbessern.

Er kann mit Stimme, Körperhaltung und Präsenz arbeiten. Er kann Feedback geben. Eine Sache kann er jedoch nicht leisten: Für jede zukünftige Kommunikationssituation im Voraus das richtige Maß festlegen.

Es gibt keine Formel, nach der eine Sales-Präsentation zu 60 Prozent aus Logos und zu 40 Prozent aus Pathos bestehen muss. Es gibt kein optimales Verhältnis zwischen Storylining und Storytelling.

Es gibt keine vorgeschriebene Zahl von Diagrammen und keine perfekte Menge an Blickkontakt. Es gibt kein Präsentationsrezept, das vor jedem Publikum unverändert funktioniert.

Denn das Publikum verändert sich. Die Situation verändert sich. Der Einsatz verändert sich. Manchmal verändert sich die Situation sogar während der Präsentation.

Deshalb brauchen wir mehr als Regeln: Urteilsfähigkeit und ein Gespür für das richtige Maß.

👉 Wie ein Rhetoriktrainer nicht nur eure Vortragsweise, sondern auch euer Business-Denken formt, zeigt dieser Beitrag: Rhetoriktrainer – Wie er euer Business-Denken formt

Gespür für das richtige Maß ist Business-Kompetenz

Auf den ersten Blick klingt das vielleicht weniger greifbar als eine neue PowerPoint-Technik. In der Praxis ist es jedoch sehr konkret.

Das Gespür für das richtige Maß lässt einen Vertriebsmitarbeiter sagen: „Diese drei Folien lasse ich jetzt aus, weil aus der Frage des Kunden deutlich geworden ist, dass er das Problem bereits versteht.“

Es lässt eine Führungskraft sagen: „Hier brauchen wir keine weiteren Zahlen. Ich muss erklären, was diese Veränderung für das Team bedeutet.“

Es lässt jemanden in einem Pitch erkennen: „Der Investor zweifelt nicht an der Größe des Marktes, sondern daran, ob wir das richtige Team für die Umsetzung sind.“

Und dasselbe Gespür kann auch sagen: „Jetzt brauchen wir keine Geschichte. Zeigen wir die Daten.“

Professionelle Rhetorik ist deshalb nicht unbedingt spektakulär. Oft ist sie gerade dadurch professionell, dass der Redner ein Werkzeug nicht einsetzt, obwohl er es einsetzen könnte.

Die Kunst des richtigen Maßes

Rhetorik lässt sich als die Kunst des richtigen Maßes verstehen. Ein guter Redner kennt seine Werkzeuge, muss aber nicht alle zeigen. Er kann eine Geschichte erzählen oder mit einem einzigen Satz antworten. Er kann Daten visualisieren und zugleich erkennen, wann kein weiteres Diagramm nötig ist.

Er lenkt die Aufmerksamkeit des Publikums, bleibt aber offen für das, was im Raum geschieht. Er kann seine Stimme heben oder leiser werden. Entscheidend ist nicht die sichtbare Technik, sondern die Fähigkeit, Situation, Menschen und Botschaft in ein stimmiges Verhältnis zu bringen.

Ein Rhetorikseminar kann keine fertige Antwort für jede künftige Situation liefern. Es kann aber zeigen, wie rhetorische und präsentationsbezogene Werkzeuge funktionieren, Sicherheit in ihrer Anwendung schaffen und die Wahrnehmung schärfen.

Dann sprechen wir nicht so, wie ein guter Redner angeblich immer sprechen sollte. Wir sprechen so, wie es die konkrete Situation erfordert.

Rhetorische Kompetenz bedeutet nicht in erster Linie zu wissen, wie man sprechen soll. Sie bedeutet zu erkennen, wie die eigene Botschaft in diesem Moment formuliert und vermittelt werden muss, damit sie dieses Publikum erreicht.

Denn gute Rhetorik beginnt nicht mit dem Sprechen, sondern mit der Wahrnehmung.

Eure Präsentation als nächster Schritt

Ein Rhetorikseminar hilft euch, eure Botschaft klar und souverän zu vertreten. Wenn auch die Präsentation selbst überarbeitet oder neu entwickelt werden muss, unterstützt euch Pitch Experts als PowerPoint-Agentur. Wir gestalten PowerPoint- und Google-Slides-Präsentationen von Grund auf, überarbeiten bestehende Decks und entwickeln Company Playbooks, Folienbibliotheken sowie Investor-, Strategie-, Event-, Sales- und Unternehmenspräsentationen passend zu eurer Corporate Identity.

Für kurzfristige Anforderungen stehen außerdem sofort nutzbare PowerPoint-Vorlagen für 49 Euro zur Verfügung, unter anderem für OKR, Gantt-Diagramme, HR Management, Financial Reporting, Kommunikationsmodelle, Change Management und Prozessdiagramme.

👉 Ihr möchtet eure rhetorische Kompetenz entwickeln und zugleich prüfen, ob eure Präsentation die richtige Grundlage für euren Auftritt bietet? Bringt eure Präsentation mit. Wir arbeiten an der Botschaft, ihrer Struktur und der Art, wie ihr sie für euer Publikum zugänglich macht.

👉 Ihr sucht zusätzlich eine professionelle Präsentation, die zu eurer Corporate Identity passt? Dann seht euch unsere Praxisbeispiele an.

👉 Wenn ihr neben einem souveränen Auftritt auch eine professionelle Präsentation braucht, könnt ihr euch auf die 15-jährige Erfahrung von Pitch Experts verlassen. Wir entwickeln Unternehmens-, Investor-, Strategie-, Event- und Sales-Präsentationen, überarbeiten bestehende PowerPoint- oder Google-Slides-Decks und gestalten maßgeschneiderte Präsentationen passend zu eurer Corporate Identity. Beschreibt uns kurz euer Projekt und hinterlasst eure Kontaktdaten. Nach einem unverbindlichen Erstgespräch erhaltet ihr ein Angebot, das zu euren Anforderungen passt.

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